Pangolin in Uganda

Pangolin in Uganda

Das meistgehandelte Saeugetier der Welt lebt auch in Uganda -- und ist massiv bedroht. Was hinter dem illegalen Handel steckt und was Uganda dagegen tut.

4 Min. Lesezeit654 Woerter

Kurzantwort

Der Pangolin ist das meistgehandelte Saeugetier der Welt. In Uganda ist er durch intensiven Wildhandel stark bedroht. Allein 2018/19 beschlagnahmte die Uganda Wildlife Authority 592,1 kg Pangolin-Schuppen sowie 15 lebende Tiere. In freier Wildbahn ist er extrem schwer zu beobachten.

Fakten auf einen Blick

Beschlagnahmte Schuppen 2018/19
592,1 kg in 17 Faellen
Lebende Pangoline beschlagnahmt
15 Tiere (2018/19)
Status weltweit
Meistgehandeltes Saeugetier der Welt
Verwendung der Schuppen
Traditionelle asiatische Medizin
CITES-Status
Appendix 1 -- kein kommerzieller Export erlaubt
Schmuggel-Ziellaender
Singapur, China

Warum der Pangolin das meistgehandelte Saeugetier der Welt ist

Der Pangolin gilt weltweit als das am intensivsten illegal gehandelte Saeugetier. Sein einzigartiger Koerperpanzer aus Hornschuppen macht ihn zur Zielscheibe eines globalen Schwarzmarkts, der vor allem von der Nachfrage in Asien angetrieben wird. Pangolin-Schuppen werden in der traditionellen asiatischen Medizin eingesetzt -- obwohl wissenschaftliche Belege fuer ihre medizinische Wirksamkeit fehlen. Auch Pangolin-Fleisch wird in manchen Regionen als Delikatesse gehandelt. (Quelle: Uganda Wildlife Strategy 2020-2029)

Die Konsequenzen sind verheerend: Alle acht Pangolin-Arten weltweit gelten als bedroht oder stark gefaehrdet. Auf dem afrikanischen Kontinent sind besonders der Steppenpangolin und der Riesenpangolin von illegalem Handel betroffen. In Uganda tritt vor allem der Steppenpangolin (Smutsia temminckii) auf, der nachtaktiv und ausserst scheu ist. In freier Wildbahn wird er kaum je gesichtet, was seine Populationssituation schwer einschaetzbar macht. (Quelle: Uganda Wildlife Strategy 2020-2029)

Der illegale Handel laeuft oft ueber internationale Netzwerke, die von Uganda aus in Richtung Asien operieren. Uganda fungiert dabei sowohl als Herkunftsland als auch als Transitland fuer Schmuggelware aus der Demokratischen Republik Kongo, Kamerun und Zentralafrika. (Quelle: Uganda Wildlife Strategy 2020-2029)

Beschlagnahmungen und Strafverfolgung in Uganda

Die Uganda Wildlife Authority (UWA) dokumentiert den Kampf gegen den Pangolin-Schmuggel mit konkreten Zahlen. Im Berichtszeitraum 2018/19 wurden 592,1 kg Pangolin-Schuppen in 17 separaten Faellen beschlagnahmt -- dazu kamen 15 lebende Pangoline. Diese Zahlen verdeutlichen das Ausmass des Problems: Es handelt sich nicht um Einzelfaelle, sondern um ein systematisch organisiertes Schmuggelnetzwerk. (Quelle: Uganda Wildlife Strategy 2020-2029)

Die wichtigsten Schmuggel-Transitpunkte in Uganda sind der Entebbe International Airport, der Grenzuebergang Mutukula an der tansanischen Grenze sowie Kamdini im Norden. Von dort werden die Waren vor allem nach Singapur und China weitertransportiert. Uganda hat als Reaktion auf den zunehmenden Wildtierschmuggel einen spezialisierten Wildlife Crime Court etabliert -- ein eigenstaendiges Spezialgericht fuer Wildtierkriminalitaet, das haertere Urteile ermoeglichen soll. (Quelle: Uganda Wildlife Strategy 2020-2029)

Pangoline stehen auf CITES Appendix 1, was bedeutet: jeglicher kommerzieller Export ist verboten. Dennoch bleibt die Strafverfolgung schwierig, da die Schmuggler oft in organisierten Netzwerken operieren und Korruption an Grenzuebergaengen ein bekanntes Problem darstellt. Die UWA arbeitet mit internationalen Partnern zusammen, um Handelsrouten zu unterbrechen und die Ursprungslaender zu identifizieren. (Quelle: Uganda Wildlife Strategy 2020-2029)

Kann man einen Pangolin in Uganda sehen?

Eine ehrliche Antwort: Die Chancen sind sehr gering. Pangoline sind nachtaktiv, extrem scheu und verbringen den Grossteil des Tages vergraben in selbstgegrabenen Hoehlen oder hohlen Baumstaemmen. Selbst erfahrene Ranger und Biologen sehen sie selten. Es gibt kein strukturiertes Pangolin-Tracking-Programm in Uganda, wie es fuer Gorillas oder Schimpansen existiert. (Quelle: Uganda Wildlife Strategy 2020-2029)

Theoretisch kommen Pangoline in mehreren ugandischen Schutzgebieten vor, darunter in Waeldern rund um Queen Elizabeth National Park und in Teilen des Kibale-Oekosystems. Wer einen Pangolin in Uganda sehen moechte, sollte dies nicht als Reiseziel planen, sondern als moeglichen Gluecksfall bei einer Safari mit erfahrenen Guides behandeln. Nachtpirschfahrten in geeigneten Lebensraeumen erhoehen theoretisch die Chancen, sind aber keine Garantie. (Quelle: Uganda Wildlife Strategy 2020-2029)

Wichtiger als die persoenliche Beobachtung ist fuer viele Reisende das Verstaendnis, warum Schutz so entscheidend ist. Wer Uganda bereist und Eintrittsgebuehren fuer Nationalparks bezahlt, traegt direkt zur Finanzierung von UWA-Schutzprogrammen bei -- und damit auch zum Ueberleben des Pangolins in Uganda.

Schutzmassnahmen und internationale Zusammenarbeit

Uganda hat in den vergangenen Jahren die Strafverfolgung im Bereich Wildtierkriminalitaet deutlich verstaerkt. Der spezialisierte Wildlife Crime Court, den Uganda als eines der ersten afrikanischen Laender etabliert hat, ist ein wichtiger Schritt. Schwerere Strafen sollen abschreckend wirken und organisierte Schmuggelnetzwerke aufbrechen. (Quelle: Uganda Wildlife Strategy 2020-2029)

Darueberhinaus arbeitet die UWA mit internationalen Organisationen zusammen, um Handelsrouten zu kartieren und die Nachfrageseite in Asien zu adressieren. Bewusstseinsbildung in Herkunftsgemeinschaften rund um Schutzgebiete ist ein weiterer Ansatz: Wenn lokale Gemeinschaften wirtschaftlich vom Schutz der Wildtiere profitieren -- etwa durch das Revenue-Sharing-Programm der UWA, das einen Prozentsatz der Parkeinnahmen an Anrainergemeinschaften weitergibt -- sinkt die Bereitschaft, Wilderern zu helfen oder selbst zu wildern. (Quelle: Uganda Wildlife Strategy 2020-2029)

Nashorn grast friedlich im Ziwa Rhino Sanctuary Uganda
Elefant erkundet Thatched Lodge im Queen Elizabeth Nationalpark
Giraffe im Murchison Falls Park schaut direkt in die Kamera
Giraffe in freier Wildbahn – Murchison Falls

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Haeufig gestellte Fragen

Sehr unwahrscheinlich. Pangoline sind nachtaktiv, extrem scheu und in Uganda kaum je zu beobachten. Es gibt kein strukturiertes Tracking-Programm. (Quelle: Uganda Wildlife Strategy 2020-2029)
Ihre Hornschuppen werden in der traditionellen asiatischen Medizin eingesetzt. Die Nachfrage kommt hauptsaechlich aus China und Suedostasien. (Quelle: Uganda Wildlife Strategy 2020-2029)
2018/19 wurden 592,1 kg Pangolin-Schuppen in 17 Faellen sichergestellt, dazu 15 lebende Tiere. (Quelle: Uganda Wildlife Strategy 2020-2029)
In Uganda kommt vor allem der Steppenpangolin (Smutsia temminckii) vor. Er ist nachtaktiv und extrem schwer zu beobachten. (Quelle: Uganda Wildlife Strategy 2020-2029)
Nein. Der Pangolin steht auf CITES Appendix 1, was jeden kommerziellen Export verbietet. Uganda hat zudem einen spezialisierten Wildlife Crime Court zur Strafverfolgung etabliert. (Quelle: Uganda Wildlife Strategy 2020-2029)

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Redaktion Reiseziel Uganda

Ein Projekt von Hope on the Road gGmbH -- mit lokaler Expertise aus Uganda und regelmaessiger Recherche vor Ort. Alle Inhalte werden von unserem Redaktionsteam mit Unterstuetzung lokaler Guides und Reiseveranstalter erstellt und geprueft.

Zuletzt aktualisiert: Juni 2026 | Quellen werden am Ende jedes Artikels angegeben