Kurzantwort
Uganda beherbergt laut MTWA Statistical Abstract 2025 noch 291 Loewen in drei Nationalparks -- ein starker Rueckgang gegenueber 493 Tieren in der Periode 2011-2014 (Verlust von ueber 40%). Die beruehmtesten sind die baumkletternden Loewen im Ishasha-Sektor des Queen Elizabeth National Park. Die Behoerden sprechen von einer "anhaltenden Abwaertsentwicklung, die sofortiges Eingreifen erfordert" und planen eine Loewen-Erholungsstrategie als Teil einer umfassenden Grossraubtier-Strategie. (Quelle: MTWA Statistical Abstract 2025)
Fakten auf einen Blick
- Wissenschaftlicher Name
- Panthera leo
- Population Uganda 2025
- 291 Tiere (MTWA 2025)
- Trend
- Rueckgang von 493 (2011-2014) auf 291 (2025), -40%
- Gewicht
- Maennchen 190 kg, Weibchen 130 kg
- Rudel
- 5-30 Tiere
- Bester Ort
- Queen Elizabeth (Ishasha-Sektor), Kidepo Valley, Murchison Falls
- IUCN-Status
- Gefaehrdet (Vulnerable)
- Besonderheit
- Baumkletternde Loewen in Ishasha
Die baumkletternden Loewen von Ishasha
Der Ishasha-Sektor im Sueden des Queen Elizabeth National Park ist weltberuehmt fuer ein aussergewoehnliches Phaenomen: Loewen, die einen Grossteil des Tages in den Aesten grosser Feigenbaeume verbringen. Dieses Verhalten ist weltweit fast einzigartig -- nur im Lake-Manyara-Park in Tansania wurde Aehnliches beobachtet.
Wissenschaftler vermuten mehrere Gruende fuer das Baumklettern. In den Baeumen sind die Loewen vor Tsetsefliegen und anderen stechenden Insekten geschuetzt, die am Boden zahlreicher sind. Zudem geniessen sie in der Hoehe kuehlende Winde und haben einen besseren Ueberblick ueber ihr Jagdrevier. Manche Forscher glauben auch, dass es ein erlerntes Verhalten ist, das von Generation zu Generation weitergegeben wird.
Die Ishasha-Loewen bevorzugen bestimmte Baumarten, vor allem grosse Feigenbaeume (Ficus) mit waagerechten Aesten. Ein erfahrener Guide kennt die bevorzugten Baeume und faehrt diese gezielt an. Die beste Beobachtungszeit ist am spaeten Vormittag und fruehen Nachmittag, wenn die Loewen in den Baeumen ruhen.
Wo man Loewen in Uganda beobachtet
In Uganda leben Loewen in drei Nationalparks, jeder mit eigenen Besonderheiten:
Queen Elizabeth National Park (Ishasha-Sektor): Die bekannteste Population und die einzige in Uganda, die regelmaessig auf Baeume klettert. Der Ishasha-Sektor liegt im Sueden des Parks an der Grenze zur DR Kongo. Hier leben mehrere Rudel mit insgesamt 40 bis 60 Loewen. Die offene Savanne mit verstreuten Feigenbaeumen bietet ideale Bedingungen.
Kidepo Valley National Park: Im aeussersten Nordosten des Landes lebt die staerkste und am besten sichtbare Loewenpopulation Ugandas. Die weite, trockene Savanne des Narus-Tals macht Sichtungen wahrscheinlicher als anderswo. Loewen werden hier regelmaessig bei der Jagd beobachtet, vor allem in der Trockenzeit von Dezember bis Maerz.
Murchison Falls National Park: Im noerdlichen Sektor des groessten Nationalparks Ugandas lebt eine weitere Population. Die Loewen hier sind etwas scheuer, koennen aber bei Pirschfahrten in der offenen Savanne gesichtet werden.
Sozialverhalten und Jagd
Loewen sind die einzigen sozial lebenden Katzen. Sie leben in Rudeln von 5 bis 30 Tieren, bestehend aus verwandten Weibchen, deren Nachwuchs und ein bis drei erwachsenen Maennchen. Die Weibchen bleiben ihr Leben lang im Rudel, waehrend junge Maennchen mit etwa zwei bis drei Jahren abwandern muessen.
Die Jagd wird hauptsaechlich von den Weibchen ausgefuehrt, oft in koordinierten Gruppen. In Uganda jagen Loewen vor allem Ugandakob, Bueffel, Wasserboecke und Warzenschweine. In Kidepo nehmen sie auch Zebras und verschiedene Antilopenarten ins Visier. Grosse Beute wie ausgewachsene Bueffel werden von mehreren Lowinnen gemeinsam erlegt.
Maennliche Loewen, erkennbar an ihrer imposanten Maehne, verteidigen das Territorium des Rudels. Ihr tiefes Bruellen ist bis zu acht Kilometer weit hoerbar und dient der Reviermarkierung. Das Hoeren eines Loewenbruellens in der afrikanischen Nacht gehoert zu den eindruecklichsten Erlebnissen einer Uganda-Safari.
Bedrohung und Schutz
Die Loewenpopulation in Uganda hat sich nach einem dramatischen Rueckgang in den 1990er Jahren -- verursacht durch Wilderei, Vergiftung und Konflikte mit Viehhaltern -- langsam stabilisiert. Die Uganda Wildlife Authority hat die Anti-Wilderei-Patrouillen verstaerkt und arbeitet mit Gemeinden an den Parkgrenzen zusammen, um Mensch-Raubtier-Konflikte zu reduzieren.
Das groesste Problem bleibt die Vergiftung durch Viehhalter, die ihre Herden vor Loewen schuetzen wollen. Programme wie die Lion Monitoring Initiative im Queen Elizabeth Park setzen GPS-Halsbandeder ein, um die Bewegungen der Rudel zu verfolgen und fruehzeitig warnen zu koennen, wenn Loewen in die Naehe von Doerfern kommen.
Der Tourismus spielt eine entscheidende Rolle beim Loewenschutz. Die Einnahmen aus Parkgebuehren und Safaribuchungen finanzieren die Schutzmassnahmen und schaffen Arbeitsplaetze in den Gemeinden. Jeder Besucher, der Ugandas Loewen sehen moechte, traegt direkt zu deren Erhalt bei.
Tipps fuer die Loewen-Safari
Fuer die beste Chance auf Loewensichtungen in Uganda sollte man einige Punkte beachten:
Beste Reisezeit: In der Trockenzeit (Juni bis September, Dezember bis Februar) konzentrieren sich die Tiere an Wasserquellen und sind leichter zu finden. In Kidepo Valley ist Dezember bis Maerz optimal.
Tageszeit: Loewen sind in der Morgen- und Abenddaemmerung am aktivsten. Fruehe Pirschfahrten ab 6:30 Uhr bieten die besten Chancen, Loewen bei der Jagd oder auf dem Rueckweg zu ihren Ruhplaetzen zu beobachten.
Nachtpirschfahrten: Im Queen Elizabeth Park werden spezielle Nachtpirschfahrten angeboten, bei denen man Loewen bei der naechtlichen Jagd beobachten kann. Diese kosten zusaetzlich zum Parkeintritt etwa 30 USD pro Person.
Guide: Ein erfahrener lokaler Guide erhoet die Sichtungschancen erheblich. Die Guides kennen die aktuellen Aufenthaltsorte der Rudel und kommunizieren untereinander per Funk.
Geduld: Manchmal braucht es mehrere Pirschfahrten, bis man Loewen sieht. In Ishasha lohnt es sich, die bekannten Feigenbaeume systematisch abzufahren.
Unser Partner vor Ort
Misty Gorilla Expeditions
Unser Partner vor Ort organisiert massgeschneiderte Uganda-Reisen mit persoenlicher Betreuung, erfahrenen Guides und lokaler Expertise.
Haeufig gestellte Fragen
Weiterlesen
Redaktion Reiseziel Uganda
Ein Projekt von Hope on the Road gGmbH -- mit lokaler Expertise aus Uganda und regelmaessiger Recherche vor Ort. Alle Inhalte werden von unserem Redaktionsteam mit Unterstuetzung lokaler Guides und Reiseveranstalter erstellt und geprueft.
Zuletzt aktualisiert: Juni 2026 | Quellen werden am Ende jedes Artikels angegeben