Kurzantwort
Die Rothschild-Giraffe (Giraffa camelopardalis rothschildi), auch Nubische Giraffe genannt, ist eine der seltensten Giraffen-Unterarten mit nur rund 1.600 Tieren in freier Wildbahn. Sie wird bis zu 5,8 Meter hoch und ist an ihren weissen "Struempfen" ohne Fleckenmuster unterhalb der Knie erkennbar. Uganda beherbergt mit etwa 1.500 Tieren im Murchison Falls National Park die mit Abstand groesste Population weltweit.
Fakten auf einen Blick
- Wissenschaftlicher Name
- Giraffa camelopardalis rothschildi
- Hoehe
- Bis 5,8 Meter (hoechstes Landsaeugetier)
- Gewicht
- Bullen bis 1.300 kg, Kuehe bis 800 kg
- Population weltweit
- ~1.600 Tiere in freier Wildbahn
- Population Uganda
- ~1.500 Tiere (Murchison Falls NP)
- IUCN-Status
- Potenziell gefaehrdet (Near Threatened, Unterart: Endangered)
- Besonderheit
- Weisse Beine ohne Flecken, 5 Hoerner (Ossicones)
Biologie und Merkmale
Die Rothschild-Giraffe, auch als Uganda-Giraffe oder Nubische Giraffe bekannt, ist mit bis zu 5,8 Metern Hoehe das groesste lebende Landsaeugetier und eine der seltensten Giraffen-Unterarten. Von den aelteren Klassifizierungen, die bis zu neun Giraffen-Unterarten unterscheiden, gehoert sie zu den am staerksten bedrohten.
Zwei aeussere Merkmale unterscheiden die Rothschild-Giraffe von anderen Unterarten. Erstens: Ihre Beine sind unterhalb der Knie weiss und ohne das typische Fleckenmuster -- sie traegt sozusagen weisse Struempfe. Zweitens besitzt sie fuenf knochige Hoernerfortsaetze (Ossicones) auf dem Kopf, waehrend die meisten anderen Giraffen-Unterarten nur zwei haben. Die drei zusaetzlichen Ossicones befinden sich an der Stirn und hinter den Ohren.
Ihr Fleckenmuster ist gross und unregelmaessig, in dunkelbraun auf cremefarbenem Grund. Wie bei allen Giraffen ist das Muster individuell einzigartig und wird von Forschern zur Identifikation einzelner Tiere genutzt -- vergleichbar mit einem Fingerabdruck.
Das Herz einer Giraffe wiegt etwa 11 Kilogramm und muss das Blut ueber 2 Meter hoch zum Gehirn pumpen. Um den enormen Blutdruck zu bewaltigen, haben Giraffen spezielle Venen mit Klappen in den Beinen und ein Netzwerk feiner Blutgefaesse (Rete mirabile) an der Schaedelbasis.
Mountain Gorilla Peering Through Dense Forest Foliage
Sozialverhalten und Lebensweise
Rothschild-Giraffen leben in losen, offenen Herden von 10 bis 20 Tieren, die sich staendig neu zusammensetzen. Es gibt keine feste Gruppenstruktur -- einzelne Tiere wechseln haeufig zwischen verschiedenen Herden. Bullen fuehren ein eher solitaeres Leben und schliessen sich nur zur Paarungszeit den Herden an.
Eine charakteristische Verhaltensweise ist das "Necking" -- ein ritualisierter Kampf zwischen Bullen, bei dem sie ihre langen Haelse wie Peitschen gegeneinander schwingen. Diese Kaempfe dienen der Hierarchiebestimmung und koennen ueberraschend heftig werden. Die Ossicones koennen dabei wie Keulen eingesetzt werden.
Giraffen schlafen nur etwa 30 Minuten pro Tag, meist in kurzen Episoden von 1 bis 2 Minuten. Sie schlafen im Stehen oder legen sich selten hin, da das Aufstehen mit einem so grossen Koerper Zeit kostet und sie verwundbar macht. Ihr Wachsamkeits-Niveau ist entsprechend hoch.
Die Nahrung besteht hauptsaechlich aus Akazien-Blaettern, die sie mit ihrer bis zu 45 Zentimeter langen, blau-schwarzen Zunge von den Aesten pflucken. Die dunkle Farbe der Zunge schuetzt sie vor Sonnenbrand beim staendigen Fressen in der Sonne.
Wo man Rothschild-Giraffen in Uganda sieht
Uganda ist weltweit der wichtigste Ort fuer den Schutz der Rothschild-Giraffe. Die Tiere kommen in zwei Nationalparks vor:
Murchison Falls National Park: Hier lebt die bei weitem groesste Population mit etwa 1.500 Tieren. Im noerdlichen Sektor des Parks, der nur per Faehre ueber den Nil erreichbar ist, sieht man Giraffen-Herden regelmaessig bei Pirschfahrten durch die offene Savanne. Der Anblick dieser eleganten Riesen vor der Kulisse der weiten Grasebenen gehoert zu den Hoehepunkten jeder Uganda-Safari.
Kidepo Valley National Park: Im aeussersten Nordosten Ugandas lebt eine kleinere Population. Die Trockenzeit-Landschaft von Kidepo bietet einen dramatischen Hintergrund fuer Giraffensichtungen.
Tipps: In Murchison Falls sind Giraffen bei fast jeder Pirschfahrt im noerdlichen Sektor zu sehen. Die beste Fotozeit ist am fruehen Morgen und spaeten Nachmittag, wenn das warme Licht die goldbraune Savanne und die Giraffen in ein besonderes Licht taucht. Die Tiere sind an Fahrzeuge gewoehnt und bleiben oft stehen, waehrend man sie aus naechster Naehe fotografiert.
Bedrohung und Schutzerfolge
Die Rothschild-Giraffe hat in den vergangenen Jahrzehnten einen dramatischen Populationsrueckgang erlebt. Noch in den 1970er Jahren lebten sie in mehreren ostafrikanischen Laendern in groesserer Zahl. Heute beschraenkt sich ihr Verbreitungsgebiet auf wenige Schutzgebiete in Uganda und Kenia, wobei Uganda mit Abstand den groessten Bestand beherbergt.
Die Hauptbedrohungen sind Lebensraumverlust durch landwirtschaftliche Expansion, Wilderei und genetische Isolation kleiner Populationen. In Uganda hat sich die Situation jedoch deutlich verbessert. Die Population im Murchison Falls National Park ist in den letzten zwei Jahrzehnten gewachsen -- eine der wenigen Erfolgsgeschichten im Giraffenschutz.
Die Uganda Wildlife Authority hat in Zusammenarbeit mit der Giraffe Conservation Foundation Monitoring-Programme etabliert. Einzelne Giraffen werden anhand ihrer Fleckenmuster identifiziert und ihre Bewegungen verfolgt. Dieses Wissen hilft, Korridore zwischen Populationen zu identifizieren und zu schuetzen.
Der Tourismus ist ein entscheidender Faktor fuer den Schutz. Besucher, die nach Murchison Falls kommen, um Giraffen, Loewen und den spektakulaeren Wasserfall zu sehen, finanzieren mit ihren Parkgebuehren direkt die Schutzmassnahmen.
Was ist die Rothschild-Giraffe und wo kommt sie vor?
Die Rothschild-Giraffe zählt zu den seltensten Giraffen-Unterarten weltweit. Ihr Verbreitungsgebiet hat sich über Jahrzehnte stark verkleinert: Heute kommt sie in freier Wildbahn nur noch in Uganda und einem kleinen Gebiet in Kenia vor. Uganda beherbergt dabei die weltweit größte bekannte Population mit rund 1.500 Tieren im Murchison Falls National Park. Eine kleinere Population lebt im Kidepo Valley National Park im äußersten Nordosten des Landes.
2025 hat die IUCN SSC Giraffe and Okapi Specialist Group die taxonomische Einordnung überarbeitet: Die bisher als Rothschild-Giraffe bekannte Unterart gilt nun als Teil der Northern Giraffe Species, auch Nubian Giraffe genannt. In Uganda wird das Tier daher zunehmend auch als Nubische Giraffe bezeichnet – beide Namen beziehen sich auf dieselbe Population.
Woran erkennt man eine Rothschild-Giraffe?
Zwei Merkmale sind typisch: weiße, fleckenlose Beine unterhalb der Knie und fünf statt zwei Ossicones auf dem Kopf.
Zwei äußere Merkmale unterscheiden die Rothschild-Giraffe von anderen Unterarten. Erstens sind ihre Beine unterhalb der Knie weiß und ohne das typische Fleckenmuster – sie trägt sozusagen weiße Strümpfe. Zweitens besitzt sie fünf knöcherne Hornfortsätze (Ossicones) auf dem Kopf, während die meisten anderen Giraffen-Unterarten nur zwei haben. Die drei zusätzlichen Ossicones befinden sich an der Stirn und hinter den Ohren.
Ihr Fleckenmuster ist groß und unregelmäßig, dunkelbraun auf cremefarbenem Grund. Wie bei allen Giraffen ist das Muster individuell einzigartig und wird von Forschern zur Identifikation einzelner Tiere genutzt.
Auch körperlich ist die Giraffe ein Sonderfall: Ihr Herz wiegt etwa 11 Kilogramm und muss das Blut über zwei Meter hoch zum Gehirn pumpen. Bullen wiegen bis zu 1.300 Kilogramm, Kühe bis zu 800 Kilogramm, bei einer Höhe von bis zu 5,8 Metern.
Wo in Uganda sieht man Rothschild-Giraffen am besten?
Der Murchison Falls National Park bietet mit rund 1.500 Tieren die zuverlässigsten Sichtungen, eine kleinere Population lebt im Kidepo Valley National Park.
Der Murchison Falls National Park ist der wichtigste Ort für Sichtungen. Im nördlichen Sektor des Parks, der per Fähre über den Nil erreichbar ist, sieht man Giraffen-Herden regelmäßig bei Pirschfahrten durch die offene Savanne.
Eine kleinere Population lebt im Kidepo Valley National Park im äußersten Nordosten Ugandas. Die Trockenzeit-Landschaft von Kidepo bietet einen anderen, dramatischeren Hintergrund für Giraffensichtungen als Murchison Falls, allerdings sind die Tierzahlen dort deutlich geringer.
Wer sich einen Überblick über weitere Wildtiere Ugandas verschaffen möchte, findet dazu eine Übersicht unter Tiere in Uganda.
Wie bedroht ist die Rothschild-Giraffe und was wird zu ihrem Schutz getan?
Die Unterart gilt als Endangered und ist vor allem durch Lebensraumverlust, Wilderei und genetische Isolation kleiner Populationen bedroht; Uganda kooperiert dabei mit internationalen Naturschutzorganisationen.
Die Hauptbedrohungen für die Rothschild-Giraffe sind Lebensraumverlust durch landwirtschaftliche Expansion, Wilderei und die genetische Isolation kleiner, voneinander getrennter Populationen. Die Gesamtart Giraffe gilt als Near Threatened (potenziell gefährdet), die Unterart selbst wird als Endangered (stark gefährdet) eingestuft.
Die Uganda Wildlife Authority arbeitet mit der Giraffe Conservation Foundation zusammen, um die Population durch Monitoring-Programme zu überwachen. Einzelne Tiere werden anhand ihrer individuellen Fleckenmuster identifiziert und ihre Bewegungen verfolgt – ein wichtiger Baustein, um Wanderkorridore zwischen Populationen zu erkennen und zu schützen.
Unser Partner vor Ort
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Zuletzt aktualisiert: Juni 2026 | Quellen werden am Ende jedes Artikels angegeben