Kurzantwort
Uganda gehoert zu den artenreichsten Laendern der Erde. Auf einer Flaeche kleiner als Grossbritannien leben ueber 365 Saeugetierarten, mehr als 1.090 Vogelarten und 142 Reptilienarten. Von den letzten Berggorillas ueber baumkletternde Loewen bis zum praehistorisch anmutenden Schuhschnabel -- Ugandas Tierwelt ist einzigartig und vielfaeltig wie in kaum einem anderen Land.
Fakten auf einen Blick
- Saeugetierarten
- Ueber 365
- Vogelarten
- Ueber 1.090
- Primatenarten
- 20 (davon 13 in Kibale)
- Reptilienarten
- 142
- Schmetterlingsarten
- Ueber 1.240
- Endemische Arten
- Zahlreich, v.a. im Albertine Rift
- Big Five
- 4 von 5 (Nashorn nur im Sanctuary)
- Schutzgebiete
- 10 Nationalparks, 12 Wildlife Reserves
Ugandas Tierwelt: Ein Hotspot der Biodiversitaet
Uganda liegt am Schnittpunkt mehrerer grosser oekologischer Zonen: Der zentralafrikanische Regenwald trifft hier auf die ostafrikanische Savanne, und die Hochgebirge des Albertine Rift schaffen isolierte Lebensraeume mit zahlreichen endemischen Arten. Diese einzigartige geografische Lage macht Uganda zu einem der artenreichsten Laender der Erde.
Mit ueber 365 Saeugetierarten beheimatet Uganda etwa die Haelfte aller afrikanischen Saeuegetierarten auf weniger als einem Prozent der Flaeche des Kontinents. Die Vogelwelt ist mit ueber 1.090 dokumentierten Arten die drittreichste in ganz Afrika. Dazu kommen 20 Primatenarten -- mehr als in jedem anderen ostafrikanischen Land.
Was Uganda fuer Tierbeobachter so besonders macht, ist die Zugaenglichkeit dieser Vielfalt. In einer zweiwoechtigen Reise kann man Berggorillas im Nebelwald, Schimpansen im Regenwald, Loewen in der Savanne und den Schuhschnabel im Sumpf beobachten. Kein anderes Land bietet dieses Spektrum auf so kompaktem Raum.
1. Berggorilla -- Der sanfte Riese der Nebelwaelder
Der Berggorilla (Gorilla beringei beringei) ist das Aushaegesschild Ugandas und einer der bedrohtesten Primaten der Erde. Mit einer Weltpopulation von rund 1.063 Tieren lebt knapp die Haelfte -- etwa 459 Individuen -- im Bwindi Impenetrable National Park, weitere in Mgahinga an den Virunga-Vulkanen.
Silberruecken koennen ueber 200 Kilogramm wiegen und sind damit die groessten lebenden Primaten. Trotz ihrer imposanten Erscheinung sind Berggorillas friedliche Pflanzenfresser, die in Familiengruppen von 5 bis 30 Tieren leben. Ihr dichtes, langes Fell schuetzt sie vor den kuehlen Temperaturen der Bergwaelder auf 1.500 bis 4.000 Metern Hoehe.
Dank strenger Schutzmassnahmen und dem kontrollierten Gorilla-Tourismus hat sich die Population seit dem Tiefstand der 1990er Jahre mehr als verdoppelt. Ein Gorilla-Permit kostet 800 USD -- ein Preis, der direkt zum Schutz der Tiere beitraegt.
IUCN-Status: Stark gefaehrdet (Endangered) Wo beobachten: Bwindi Impenetrable und Mgahinga Gorilla National Park
Nashorn grast friedlich im Ziwa Rhino Sanctuary Uganda
Elefant erkundet Thatched Lodge im Queen Elizabeth Nationalpark
2. Schimpanse -- Unser naechster Verwandter
Mit 98,7 Prozent uebereinstimmender DNA sind Schimpansen (Pan troglodytes) unsere naechsten lebenden Verwandten. Uganda beherbergt rund 5.000 dieser intelligenten Menschenaffen, verteilt auf mehrere Waldgebiete. Der Kibale Forest National Park ist mit etwa 1.500 Tieren und einer Erfolgsquote von ueber 95 Prozent der beste Ort fuer Schimpansen-Beobachtung in ganz Afrika.
Schimpansen leben in komplexen sozialen Gemeinschaften von bis zu 100 Individuen. Sie nutzen Werkzeuge, kommunizieren mit differenzierten Lautaeusserungen und zeigen sowohl Empathie als auch strategisches Denken. Bei einem Trekking erlebt man hautnah, wie aehnlich ihr Verhalten dem menschlichen ist.
Weitere hervorragende Beobachtungsorte sind der Budongo Forest bei Murchison Falls, die dramatische Kyambura Gorge im Queen Elizabeth Park und die Kalinzu Forest Reserve. Ein regulaeres Permit kostet 200 USD, die ganztaegige Habituierungserfahrung 250 USD.
IUCN-Status: Stark gefaehrdet (Endangered) Wo beobachten: Kibale Forest, Budongo Forest, Kyambura Gorge
3. Afrikanischer Elefant -- Der Gigant der Savanne
Der Afrikanische Elefant (Loxodonta africana) ist das groesste Landsaeugetier der Erde, und Uganda beherbergt geschaetzte 5.000 Tiere in mehreren Nationalparks. Besonders beeindruckend sind die grossen Herden im Queen Elizabeth National Park und in Murchison Falls, wo Elefanten haeufig am Nilufer und am Kazinga-Kanal beobachtet werden koennen.
In Kidepo Valley durchstreifen Elefantenherden die weite Savanne, und einige Tiere wandern saisonal ueber die Grenze in den Suedsudan. Im Kibale Forest leben Waldelefanten, die kleiner sind als ihre Savannenverwandten und sich an das Leben im dichten Regenwald angepasst haben.
Ugandas Elefantenpopulation hat sich nach den verheerenden Wildereijahren der 1970er und 1980er Jahre, als die Bestaende auf unter 2.000 Tiere sanken, dank konsequenter Schutzmassnahmen erholt. Der Konflikt zwischen Elefanten und der wachsenden Bevoelkerung an den Parkgrenzen bleibt jedoch eine Herausforderung.
IUCN-Status: Stark gefaehrdet (Endangered) Wo beobachten: Queen Elizabeth, Murchison Falls, Kidepo Valley, Kibale Forest
4. Loewe -- Die Baumkletterer von Ishasha
Ugandas Loewen (Panthera leo) sind fuer ein weltweit fast einzigartiges Verhalten beruehmt: Im Ishasha-Sektor des Queen Elizabeth National Parks klettern sie regelmaessig auf grosse Feigenbaeume und verbringen Stunden in den Aesten. Wissenschaftler vermuten, dass die Loewen so den laestigen Tsetsefliegen am Boden entkommen und den kuehlenden Wind in der Hoehe geniessen.
Die baumkletternden Loewen sind eines der gefragtesten Safarierlebnisse Ugandas. Im Ishasha-Sektor stehen die Chancen gut, sie in den Feigenbaeuemen entlang des Ishasha-Flusses zu entdecken. Auch im noerdlichen Teil von Queen Elizabeth und in Murchison Falls leben Loewen, dort jedoch am Boden wie ueblich.
Die staerkste Loewenpopulation Ugandas findet man im abgelegenen Kidepo Valley National Park, wo die Rudel in der offenen Savanne leben und regelmaessig bei der Jagd auf Bueffel und Uganda-Kobs beobachtet werden koennen. Insgesamt leben in Uganda schaetzungsweise 400 bis 500 Loewen.
IUCN-Status: Gefaehrdet (Vulnerable) Wo beobachten: Queen Elizabeth (Ishasha), Kidepo Valley, Murchison Falls
Giraffe im Murchison Falls Park schaut direkt in die Kamera
Giraffe in freier Wildbahn – Murchison Falls
5. Rothschild-Giraffe -- Ugandas elegantester Bewohner
Die Rothschild-Giraffe (Giraffa camelopardalis rothschildi) ist eine der seltensten Giraffenunterarten und in Uganda ausschliesslich im Murchison Falls National Park und im Kidepo Valley National Park zu finden. Mit weniger als 2.500 Tieren in freier Wildbahn gehoert sie zu den bedrohten Grosssaeugetieren Afrikas.
Sie unterscheidet sich von anderen Giraffen durch ihre cremefarbenen Beine ohne Flecken und ihre besonders grossen, unregelnmaessigen braunen Flecken. Ausgewachsene Bullen erreichen eine Hoehe von bis zu sechs Metern. In Murchison Falls sieht man sie haeufig in der noerdlichen Savanne, wo sie in kleinen Gruppen die Akazienbaeume abweiden.
Die Bestaumende in Uganda haben sich dank Schutzmassnahmen stabilisiert, nachdem sie in den 1990er Jahren auf wenige Hundert Tiere gesunken waren. Murchison Falls beherbergt heute die groesste Population des Landes.
IUCN-Status: Gefaehrdet (Vulnerable) als Unterart Wo beobachten: Murchison Falls (noerdlicher Sektor), Kidepo Valley
6. Steppenzebra -- Streifen in der Savanne
Das Steppenzebra (Equus quagga) ist in Uganda vor allem im Lake Mburo National Park zu Hause, dem einzigen Ort in Sueduganda, wo diese ikonischen Tiere vorkommen. Auch im Kidepo Valley leben Zebras, allerdings in geringerer Zahl.
Im Lake Mburo kann man Zebras haeufig in gemischten Herden mit Impalas und Elenantilopen beobachten. Sie grasen in der offenen Akaziensavanne und kommen zum Trinken an den See. Die Nahsicht vom Fahrzeug, zu Fuss oder sogar vom Pferderuecken aus macht Lake Mburo zu einem besonderen Erlebnis.
Jedes Zebra hat ein einzigartiges Streifenmuster -- aehnlich einem Fingerabdruck bei Menschen. Forscher nutzen diese Muster zur Identifikation einzelner Tiere. Die Population in Lake Mburo umfasst mehrere Hundert Tiere und ist stabil.
IUCN-Status: Nicht gefaehrdet (Least Concern) Wo beobachten: Lake Mburo National Park, Kidepo Valley
7. Flusspferd -- Der heimliche Herrscher der Gewaesser
Das Flusspferd (Hippopotamus amphibius) ist in Ugandas Gewaessern allgegenwaertig und gehoert zu den beeindruckendsten Tierbegegnungen des Landes. Am Kazinga-Kanal im Queen Elizabeth National Park leben tausende Flusspferde in einer der hoechsten Konzentrationen weltweit. Waehrend der Bootsfahrt kommt man ihnen bis auf wenige Meter nahe.
Trotz ihres behaebnig wirkenden Aussehens sind Flusspferde extrem gefaehrlich. Sie koennen bis zu 30 km/h schnell rennen und sind fuer mehr menschliche Todesopfer in Afrika verantwortlich als jedes andere Grosssaeugetier. Im Wasser sind sie jedoch erstaunlich anmutig und verbringen den Grossteil des Tages untergetaucht, um ihre empfindliche Haut vor der Sonne zu schuetzen.
Besonders eindrucksvoll sind die Flusspferd-Gruppen auf dem Nil im Murchison Falls National Park und auf dem Lake Mburo. Nachts verlassen sie das Wasser, um zu grasen, und legen dabei bis zu zehn Kilometer zurueck.
IUCN-Status: Gefaehrdet (Vulnerable) Wo beobachten: Queen Elizabeth (Kazinga-Kanal), Murchison Falls (Nil), Lake Mburo
8. Kapbueffel -- Der unberechenbare Koloss
Der Kapbueffel (Syncerus caffer) ist eines der haeufigtsten Grosssaeugetiere in Ugandas Parks und gehoert zu den gefaehrlichsten. Grosse Herden von mehreren Hundert Tieren durchstreifen die Savannen des Queen Elizabeth, Murchison Falls und Kidepo Valley Nationalparks. Im Kidepo Valley wurden schon Herden von ueber 1.000 Tieren gesichtet.
Bueffel wiegen bis zu 900 Kilogramm und sind bekannt fuer ihr unberechenbares Temperament. Verletzte oder isolierte Bullen gelten als besonders gefaehrlich. In den Waeldern von Kibale und Bwindi lebt die kleinere Waldbueffel-Unterart, die rotbraun gefaerbt ist und deutlich scheuer.
Als Teil der "Big Five" sind Bueffel ein fester Bestandteil jeder Uganda-Safari. Am Kazinga-Kanal sieht man sie haeufig am Ufer grasen, waehrend Kuhreiher auf ihren Ruecken sitzen und Parasiten picken.
IUCN-Status: Nicht gefaehrdet (Near Threatened) Wo beobachten: Kidepo Valley, Queen Elizabeth, Murchison Falls, Lake Mburo
9. Leopard -- Der elegante Jaeger der Nacht
Der Leopard (Panthera pardus) ist die scheuste der Grosskatzen und in Uganda schwer zu sehen -- aber nicht unmoeglich. Die besten Chancen bieten Nachtpirschfahrten im Queen Elizabeth National Park (Kanal-Sektor), im Lake Mburo und im Kidepo Valley. Gelegentlich werden Leoparden auch tagsuebler auf Baeumen gesichtet, wo sie ihre Beute vor Loewen und Hyaenen in Sicherheit bringen.
Leoparden sind Einzelgaenger und hervorragende Kletterer. Sie jagen vorwiegend in der Daemmerung und Nacht und ernaehren sich von einer breiten Palette an Beutetieren -- von kleinen Antilopen ueber Affen bis hin zu Voegeln. Ihre gefleckte Fellzeichnung bietet perfekte Tarnung im Licht-Schatten-Spiel des Waldes.
In Uganda lebt eine gesunde, aber schwer zu beziffernde Population. Die Tiere sind territorial und benoetigen grosse Reviere. Im Queen Elizabeth Park werden bei Nachtpirschfahrten regelmaessig Leoparden gesichtet, was diesen Park zum zuverlaessigsten Beobachtungsort macht.
IUCN-Status: Gefaehrdet (Vulnerable) Wo beobachten: Queen Elizabeth (Nachtpirsch), Lake Mburo, Kidepo Valley
10. Goldmeerkatze -- Endemisches Juwel der Virunga-Vulkane
Die Goldmeerkatze (Cercopithecus kandti) ist eine der seltensten Affenarten der Welt und kommt ausschliesslich in den Bambuwaeldern der Virunga-Vulkane vor. In Uganda kann man sie nur im Mgahinga Gorilla National Park beobachten, wo eine habituierte Gruppe fuer Besucher zugaenglich ist.
Mit ihrem goldorangefarbenen Rueckenfell und dem kontrastierenden schwarzen Kopf und den Gliedmassen sind Goldmeerkatzen aussergewoehnlich schoene Tiere. Sie leben in Gruppen von 30 bis 80 Tieren und ernaehren sich hauptsaechlich von jungem Bambus, aber auch von Fruechten und Insekten. Die Gesamtpopulation wird auf nur rund 5.000 Tiere geschaetzt.
Ein Goldmeerkatzen-Tracking in Mgahinga kostet 100 USD und ist eine einzigartige Erfahrung, die sich hervorragend mit dem Gorilla-Trekking im selben Park kombinieren laesst.
IUCN-Status: Stark gefaehrdet (Endangered) Wo beobachten: Ausschliesslich Mgahinga Gorilla National Park
11. Schwarz-Weisser Stummelaffe -- Akrobat im Kronendach
Der Schwarz-Weisse Stummelaffe (Colobus guereza) ist mit seinem auffaelligen schwarz-weissen Fell und dem langen, weissen Schwanzbueschel einer der fotogensten Primaten Ugandas. Seinen Namen verdankt er den stark reduzierten Daumen -- ein Ergebnis der Anpassung an das Leben in den Baumkronen.
Stummelaffen sind reine Blaetterfresser mit einem spezialisierten Magen, der die Verdauung von Zellulose ermoeglicht. Man sieht sie in Kibale Forest, Bwindi, am Mount Elgon und in Semuliki. Sie leben in kleinen Gruppen und ueberbruecken weite Abstaende zwischen Baeumen mit eleganten Spruengen, bei denen ihr Fell wie ein Fallschirm wirkt.
IUCN-Status: Nicht gefaehrdet (Least Concern) Wo beobachten: Kibale Forest, Bwindi, Mount Elgon, Semuliki
12. Rotschwanzmeerkatze -- Der Clown des Waldes
Die Rotschwanzmeerkatze (Cercopithecus ascanius) ist eine der haeufigtsten Primatenarten in Ugandas Waeldern und faellt durch ihren namensgebenden rostroten Schwanz, einen weissen Nasenfleck und beeindruckende Backentaschen auf. Diese Backentaschen nutzt sie, um Fruechte und Samen zu sammeln und spaeter in Ruhe zu fressen.
Besonders haeufig begegnet man ihr in Kibale Forest, wo sie oft in gemischten Gruppen mit Stummelaffen und Grauwangenmangaben unterwegs ist. Diese Vergesellschaftung bietet Schutz vor Raubvoegeln und erhoet die Effizienz bei der Nahrungssuche.
IUCN-Status: Nicht gefaehrdet (Least Concern) Wo beobachten: Kibale Forest, Bwindi, Queen Elizabeth (Maramagambo Forest)
13. Schuhschnabel -- Der praehistorische Jaeger
Der Schuhschnabel (Balaeniceps rex) ist der Traumvogel fuer Birder aus aller Welt und Ugandas ikonischster gefiederter Bewohner. Mit bis zu 150 Zentimetern Groesse, einer Spannweite von 230 Zentimetern und einem gewaltigen, schuhfoermigen Schnabel sieht er aus wie ein Relikt aus der Zeit der Dinosaurier.
Der Schuhschnabel ist ein extrem geduldiger Jaeger, der stundenlang reglos im Sumpf steht, bevor er blitzschnell zuschnappt. Seine Beute umfasst Lungenfische, Welse und gelegentlich sogar kleine Krokodile. Er ist ein Einzelgaenger und verteidigt sein Revier aggressiv gegen Artgenossen.
Der zuverlaessigste Beobachtungsort ist das Mabamba Swamp am Victoriasee, nur eine Stunde von Entebbe entfernt. Eine Kanu-Tour kostet 30-50 USD und bietet hervorragende Chancen. Weitere Beobachtungsorte sind das Albert-Delta im Murchison Falls National Park und die Suempfe rund um den Lake Albert.
IUCN-Status: Gefaehrdet (Vulnerable) Wo beobachten: Mabamba Swamp, Murchison Falls (Albert-Delta), Lake Albert
Mountain Gorilla Peering Through Dense Forest Foliage
14. Graukronenkranich -- Ugandas Nationalvogel
Der Graukronenkranich (Balearica regulorum) ist der Nationalvogel Ugandas und ziert die Landesflagge. Mit seiner goldenen Federkrone, den roten Kehlsaecken und dem eleganten grauen Gefieder ist er einer der schoensten Voegel Afrikas. Er erreicht eine Groesse von etwa einem Meter und lebt in Feuchtgebieten und offenen Savannen.
Kronenkraniche sind gesellige Voegel, die oft in Paaren oder kleinen Gruppen auftreten. Sie fuehren bei der Balz spektakulaere Taenze auf, bei denen sie hoch in die Luft springen und ihre Fluegel ausbreiten. Ihr Ruf ist ein trompetenhaftes, weithin hoerbares Signal.
Leider ist der Bestand in den letzten Jahrzehnten stark zurueckgegangen, vor allem durch Lebensraumverlust und illegalen Handel als Ziervogel. Uganda arbeitet aktiv am Schutz dieser Art.
IUCN-Status: Stark gefaehrdet (Endangered) Wo beobachten: Queen Elizabeth, Murchison Falls, Feuchtgebiete im ganzen Land
15. Afrikanischer Schreiseeadler -- Der Ruf der Wildnis
Der Afrikanische Schreiseeadler (Haliaeetus vocifer) ist zwar kein Fischadler im engeren Sinne, wird aber oft so genannt. Sein durchdringender, klagender Ruf gilt als der charakteristischste Laut der afrikanischen Wildnis. Mit seinem weissen Kopf, der kastanienbraunen Brust und den kraftvollen Faengen ist er ein beeindruckender Greifvogel.
In Uganda sieht man ihn entlang aller groesseren Gewaesser: am Kazinga-Kanal, auf dem Nil, an den Kraterseen und am Victoriasee. Er jagt Fische, die er im Sturzflug von der Wasseroberflaeche greift, nimmt aber auch Wasservoegel und kleine Saeugetiere.
IUCN-Status: Nicht gefaehrdet (Least Concern) Wo beobachten: Queen Elizabeth (Kazinga-Kanal), Murchison Falls (Nil), Lake Mburo, Victoriasee
16. Uganda-Kob -- Die Nationalantilope
Der Uganda-Kob (Kobus kob thomasi) ist eine der haeufigtsten Antilopenarten des Landes und ziert zusammen mit dem Kronenkranich das ugandische Wappen. Die mittelgrosse Antilope mit dem goldbraunen Fell lebt in offenen Savannen und Ueberschwemmungsebenen.
Besonders faszinierend ist das Lek-System der Uganda-Kobs: Maennchen versammeln sich auf traditionellen Balzplaetzen, wo sie durch Imponiergehabe und ritualisierte Kaempfe um das Recht werben, sich mit den Weibchen zu paaren. Diese Leks findet man besonders gut im Queen Elizabeth und Murchison Falls National Park.
IUCN-Status: Nicht gefaehrdet (Least Concern) Wo beobachten: Queen Elizabeth, Murchison Falls, Kidepo Valley
17. Topi -- Der schnellste Laeufer der Savanne
Der Topi (Damaliscus lunatus jimela) ist eine Leierantilope mit einem glaenzend rotbraunen Fell und dunklen Flecken an Schultern und Schenkeln. Er gilt als eine der schnellsten Antilopen Afrikas und kann Geschwindigkeiten von ueber 70 km/h erreichen.
In Uganda kommt der Topi vor allem im Queen Elizabeth National Park vor, besonders in den offenen Ebenen des Ishasha-Sektors und der Kasenyi-Ebene. Auch in Kidepo Valley sind Topis zu sehen. Sie leben in kleinen Herden und bevorzugen kurzes Gras.
IUCN-Status: Nicht gefaehrdet (Least Concern) Wo beobachten: Queen Elizabeth (Kasenyi, Ishasha), Kidepo Valley
18. Elenantilope -- Die groesste Antilope der Welt
Die Elenantilope (Taurotragus oryx) ist mit einem Gewicht von bis zu 900 Kilogramm die groesste Antilopenart der Welt. Trotz ihrer Groesse sind Elenantilopen ueberraschend scheue Tiere, die bei Gefahr mit erstaunlicher Geschwindigkeit und eindrucksvollen Spruengen ueber 2,5 Meter hohe Hindernisse fliehen.
In Uganda sieht man Elenantilopen vor allem im Lake Mburo National Park, wo sie in kleinen Gruppen durch die Akaziensavanne ziehen. Auch in Kidepo Valley kommen sie vor. Ihr spiralfoermig gedrehtes Gehoern und der markante Wamme machen sie unverwechselbar.
IUCN-Status: Nicht gefaehrdet (Least Concern) Wo beobachten: Lake Mburo, Kidepo Valley
19. Wasserbock -- Der Bewohner der Flussufer
Der Wasserbock (Kobus ellipsiprymnus) ist eine grosse, stattliche Antilope mit einem auffaelligen weissen Ring um das Hinterteil, der ihn unverwechselbar macht. Er lebt stets in der Naehe von Wasser und ist ein ausgezeichneter Schwimmer, der sich bei Gefahr in Fluesse und Seen fluechtet.
Sein Fell sondert ein oehliges, stark riechendes Sekret ab, das ihn vor Feuchtigkeit schuetzt, aber fuer die meisten Raubtiere unappetitlich macht. Nur Loewen greifen regelmaessig Wasserboecke an. Man sieht sie haeufig in Queen Elizabeth am Kazinga-Kanal, in Murchison Falls am Nil und in Lake Mburo.
IUCN-Status: Nicht gefaehrdet (Least Concern) Wo beobachten: Queen Elizabeth, Murchison Falls, Lake Mburo
20. Tuepfelhyaene -- Der unterschaetzte Jaeger
Die Tuepfelhyaene (Crocuta crocuta) hat einen unverdienten Ruf als reiner Aasfresser. Tatsaechlich erjagen Hyaenen bis zu 70 Prozent ihrer Nahrung selbst und gehoeren zu den effektivsten Raubtieren Afrikas. Ihre Kieferkraft ist die staerkste aller Landraubtiere -- sie koennen muehelos Knochen zerbeissen.
In Uganda leben Hyaenen in Queen Elizabeth, Murchison Falls und Kidepo Valley. Am besten sieht man sie in der Daemmerung oder bei Nachtpirschfahrten. Ihr unheimlich klingendes "Lachen" dient der Kommunikation innerhalb des Clans und ist eines der unvergesslichsten Geraeusche der afrikanischen Nacht.
IUCN-Status: Nicht gefaehrdet (Least Concern) Wo beobachten: Kidepo Valley, Queen Elizabeth, Murchison Falls (Nachtpirschfahrten)
21. Nilkrokodil -- Der urzeitliche Lauerer
Das Nilkrokodil (Crocodylus niloticus) ist das groesste Reptil Afrikas und kann eine Laenge von ueber fuenf Metern und ein Gewicht von ueber 700 Kilogramm erreichen. In Uganda sind Nilkrokodile in fast allen groesseren Gewaessern zu Hause.
Die spektakulaersten Krokodil-Beobachtungen bietet die Bootsfahrt auf dem Nil im Murchison Falls National Park, wo sich riesige Exemplare am Ufer sonnen. Auch am Kazinga-Kanal und im Lake Mburo sieht man sie regelmaessig. Krokodile koennen ueber 70 Jahre alt werden und haben sich seit der Zeit der Dinosaurier kaum veraendert.
Besonders faszinierend ist ihr Brutverhalten: Das Weibchen bewacht das Nest ueber drei Monate und traegt die frisch geschluepften Jungen vorsichtig im Maul zum Wasser. Die Geschlechtsbestimmung erfolgt durch die Temperatur im Nest.
IUCN-Status: Nicht gefaehrdet (Least Concern) Wo beobachten: Murchison Falls (Nil), Queen Elizabeth (Kazinga-Kanal), Lake Mburo
22. Nashornviper -- Ugandas farbenpraechtigste Schlange
Die Nashornviper (Bitis nasicornis) ist eine der farbenpraechtlichsten und auffaelligsten Schlangen Afrikas. Ihr koerper traegt ein komplexes Muster aus blauen, gruenen, roten und gelben Schuppen, und auf der Nase sitzen zwei bis drei hornartige Auswuechse, die ihr den Namen geben. Trotz ihrer Schoenheit ist sie hochgiftig.
Sie lebt in den feuchten Regenwaelder Westugandas, besonders in Bwindi, Kibale und Semuliki. Nashornvipern sind nachtaktiv und am Boden lebend. Man begegnet ihnen selten, da sie hervorragend getarnt sind. Im Kibale Forest und in Bwindi werden sie gelegentlich auf naechtlichen Waldwanderungen gesichtet.
Die Nashornviper ist fuer Menschen nur bei direktem Kontakt gefaehrlich, da sie nicht aggressiv ist und bei Annaeherung eher reglos verharrt. Dennoch sollte man im Regenwald stets festes Schuhwerk tragen.
IUCN-Status: Nicht gefaehrdet (Least Concern) Wo beobachten: Bwindi, Kibale Forest, Semuliki (selten, naechtliche Wanderungen)
23. Dreihornchamaeleon -- Meister der Tarnung
Uganda beherbergt mehrere Chamaeleonarten, darunter das spektakulaere Dreihornchamaeleon (Trioceros johnstoni), das in den Bergwaeldern des Albertine Rift lebt. Diese faszinierenden Reptilien koennen ihre Koerperfarbe innerhalb von Sekunden veraendern -- allerdings weniger zur Tarnung als zur Kommunikation und Temperaturregulierung.
Ihre unabhaengig voneinander beweglichen Augen bieten ein fast 360-Grad-Sichtfeld, und ihre Zunge kann in Sekundenbruchteilen auf die doppelte Koerperlaenge herausgeschleudert werden, um Insekten zu fangen. In Bwindi und am Rwenzori begegnet man ihnen haeufig bei naechtlichen Waldspaziergaengen, wenn sie auf Aesten schlafen und im Lichtkegel der Taschenlampe leicht zu entdecken sind.
IUCN-Status: Variiert je nach Art Wo beobachten: Bwindi, Rwenzori Mountains, Kibale Forest (naechtliche Wanderungen)
Tierbeobachtungs-Tipps fuer Uganda
Die Vielfalt der ugandischen Tierwelt laesst sich am besten mit einer durchdachten Reiseroute erleben. Hier einige Tipps fuer optimale Sichtungen:
Frueh aufstehen: Die meisten Tiere sind in den kuehlen Morgenstunden am aktivsten. Pirschfahrten sollten idealerweise vor Sonnenaufgang starten. Auch die Abendstunden bieten hervorragende Beobachtungsmoeglichkeiten.
Fernglas und Kamera: Ein gutes Fernglas (mindestens 8x42) ist unverzichtbar. Fuer die Tierfotografie empfiehlt sich ein Teleobjektiv mit mindestens 200 mm Brennweite, fuer Voegel 400 mm und mehr.
Geduld: Besonders bei scheuen Arten wie Leopard, Schuhschnabel oder Nashornviper ist Geduld der Schluessel. Manchmal sitzt man eine Stunde reglos, bevor sich das Tier zeigt -- doch genau diese Momente werden unvergesslich.
Lokale Guides: Die erfahrenen Ranger und Guides kennen die Gewohnheiten der Tiere und wissen, wo sie sich zu welcher Tageszeit aufhalten. Ein guter Guide verdoppelt die Anzahl der Sichtungen.
Respektvoller Abstand: Fuer Gorillas gilt ein Mindestabstand von sieben Metern, fuer Schimpansen ebenfalls. Wildtiere niemals fuettern oder bedraengen. Die Regeln der UWA stets befolgen.
Naturschutz in Uganda
Uganda hat in den letzten Jahrzehnten bemerkenswerte Fortschritte im Artenschutz erzielt. Die Uganda Wildlife Authority verwaltet die zehn Nationalparks und zwoelf Wildlife Reserves des Landes mit einem Ansatz, der Naturschutz und Gemeindeentwicklung verbindet.
20 Prozent der Parkeinnahmen fliessen direkt an die Gemeinden rund um die Schutzgebiete. Dieses Revenue-Sharing-Programm hat wesentlich dazu beigetragen, die Akzeptanz der Parks in der lokalen Bevoelkerung zu erhoehen und Wilderei zu reduzieren. Die Berggorilla-Population hat sich dank dieser Strategie von 620 Tieren in den 1990er Jahren auf ueber 1.000 erholt.
Das Ziwa Rhino Sanctuary ist ein Leuchtturmprojekt: Hier werden Breitmaulnashoerner gezuechtet, um sie langfristig in den Nationalparks wieder anzusiedeln. Uganda hatte seine letzten wilden Nashoerner in den 1980er Jahren verloren. Heute leben im Sanctuary ueber 30 Tiere, und die ersten Auswilderungen in den Murchison Falls National Park sind geplant.
Reisende tragen durch ihre Parkgebuehren und Permits direkt zum Schutz der Tierwelt bei. Wer Uganda besucht, unterstuetzt aktiv den Erhalt dieser einzigartigen Biodiversitaet.
Unser Partner vor Ort
Misty Gorilla Expeditions
Unser Partner vor Ort organisiert massgeschneiderte Uganda-Reisen mit persoenlicher Betreuung, erfahrenen Guides und lokaler Expertise.
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Quellen
- Uganda Wildlife Authority (UWA) -- uwa.or.ug
- IUCN Red List of Threatened Species -- iucnredlist.org
- BirdLife International -- Uganda
- Jane Goodall Institute
- Dian Fossey Gorilla Fund International
- Bradt Travel Guide Uganda (10. Auflage)
- African Wildlife Foundation
Redaktion Reiseziel Uganda
Ein Projekt von Hope on the Road gGmbH -- mit lokaler Expertise aus Uganda und regelmaessiger Recherche vor Ort. Alle Inhalte werden von unserem Redaktionsteam mit Unterstuetzung lokaler Guides und Reiseveranstalter erstellt und geprueft.
Zuletzt aktualisiert: Juni 2026 | Quellen werden am Ende jedes Artikels angegeben