Kurzantwort
Der Queen Elizabeth National Park ist mit 1.978 Quadratkilometern der vielfaeltigste Nationalpark Ugandas und einer der artenreichsten weltweit. Der Park liegt auf dem Aequator im Westen Ugandas und vereint offene Savanne, tropischen Regenwald, Kraterseen, Feuchtgebiete und den 40 Kilometer langen Kazinga-Kanal auf einer Flaeche. Mit ueber 95 Saeugetierarten, 20 Raubtierarten und mehr als 600 Vogelarten bietet er die groesste Biodiversitaet aller ugandischen Parks. Gruendungsjahr 1952 -- benannt zu Ehren von Koenigin Elizabeth II. nach deren Besuch 1954.
Fakten auf einen Blick
- Lage
- Kasese Distrikt, West-Uganda, am Aequator
- Groesse
- 1.978 km2
- Gruendung
- 1952 als Kazinga NP, 1954 umbenannt
- Hoehenlage
- 910 m (Lake Edward) bis 1.350 m (Kraterseen)
- Saeugetierarten
- 95+
- Raubtierarten
- 20
- Vogelarten
- 600+
- Hauptattraktion
- Kazinga-Kanal (40 km), Ishasha-Loewen
- Anreise
- ~410 km / 7-8 Stunden ab Kampala
- Eintritt
- 40 USD (Auslaender), 30 USD (Residenten)
- Besucher 2025
- 123.521 (-0,9% -- stabil)
- Besucherstruktur
- 66,9% Inlaender, 33,1% Auslaender
Ein Park am Aequator mit unvergleichlicher Vielfalt
Der Queen Elizabeth National Park erstreckt sich ueber 1.978 Quadratkilometer im Westen Ugandas und wird im Westen von den schneebedeckten Gipfeln des Rwenzori-Gebirges eingerahmt. Der Park liegt direkt auf dem Aequator und umfasst eine fuer Afrika einzigartige Bandbreite an Lebensraeumen: offene Savanne mit Akazienbaeumen, tropischer Regenwald, ausgedehnte Feuchtgebiete, vulkanische Kraterseen und den beruhmten Kazinga-Kanal.
Gegruendet wurde der Park 1952 unter dem Namen Kazinga National Park. Zwei Jahre spaeter erhielt er seinen heutigen Namen zu Ehren von Koenigin Elizabeth II., die das Gebiet waehrend ihres Uganda-Besuchs 1954 besichtigte. Heute beherbergt der Park ueber 95 Saeugetierarten -- darunter Elefanten, Bueffel, Flusspferde, Uganda-Kobs und die beruhmten baumkletternden Loewen -- sowie 20 Raubtierarten und mehr als 600 dokumentierte Vogelarten.
Die landschaftliche Vielfalt erklaert sich durch die Lage des Parks im Albertine Rift, einem Abschnitt des Ostafrikanischen Grabenbruchs. Die Hoehen reichen von 910 Metern am Ufer des Lake Edward bis auf 1.350 Meter an den Katwe-Explosionskratern. Diese geologische Dynamik hat eine Mosaik-Landschaft geschaffen, die auf engstem Raum voellig unterschiedliche Oekosysteme traegt.
Elefant erkundet Thatched Lodge im Queen Elizabeth Nationalpark
Elefant in der Savanne des Murchison Falls Nationalparks
Kazinga-Kanal: Die beste Bootsfahrt Ostafrikas
Der 40 Kilometer lange Kazinga-Kanal verbindet den Lake Edward im Westen mit dem Lake George im Osten und bildet das Herzstuck des Parks. Die Bootsfahrt auf diesem natuerlichen Wasserweg zaehlt zu den eindrucksvollsten Wildtiererlebnissen in ganz Ostafrika.
Vom Boot aus bieten sich Nahaufnahmen, die bei einer klassischen Fahrsafari unmoeglich waeren. Riesige Flusspferd-Gruppen liegen im flachen Wasser, Krokodile sonnen sich am Ufer, Elefantenherden kommen zum Trinken und hunderte Wasservoegel -- Pelikane, Kormorane, Reiher, Fischadler -- saumen die Uferlinie. Die Nachmittagstouren, die taeglich von der Mweya-Halbinsel starten, bieten besonders spektakulaeres Licht fuer Fotografen.
Die Mweya-Halbinsel selbst, wo sich der Kanal zum Lake Edward oeffnet, ist einer der landschaftlich schoensten Punkte des Parks. Von hier ueberblickt man den Kanal, die umliegenden Savannen und bei klarer Sicht die schneebedeckten Gipfel der Rwenzori-Berge im Westen.
Baumkletternde Loewen im Ishasha-Sektor
Im suedlichen Ishasha-Sektor des Parks leben die weltberuehmten baumkletternden Loewen. Diese Loewen haben die ungewoehnliche Angewohnheit, auf den ausladenden Aesten grosser Feigenbaeume zu ruhen -- ein Verhalten, das weltweit nur an wenigen Orten regelmaessig beobachtet wird. Die Gruende dafuer sind nicht abschliessend geklaert; Wissenschaftler vermuten, dass die Loewen in den Baeumen Abkuehlung, Schutz vor Insekten und einen besseren Ueberblick ueber die Beute suchen.
Der Ishasha-Sektor bietet neben den Loewen auch grosse Bueffelherden, Elefanten und verschiedene Antilopenarten in einer sanft hugeligen Savannenlandschaft. Die Fahrt von Mweya nach Ishasha dauert zwei bis drei Stunden und fuehrt durch wechselnde Vegetationszonen. Viele Reisende nutzen Ishasha als Zwischenstopp auf dem Weg von Queen Elizabeth nach Bwindi -- die Weiterfahrt zum Gorilla-Park dauert von hier nur noch wenige Stunden.
Schimpansen in der Kyambura Gorge
Die Kyambura Gorge, auch "Valley of the Apes" genannt, ist ein tief eingeschnittenes Flusstal am oestlichen Rand des Parks, in dem eine Gruppe habituierter Schimpansen lebt. Der steile Abstieg in die Schlucht fuehrt durch dichten Galeriewald -- ein voellig anderes Oekosystem als die umliegende Savanne.
Das Schimpansen-Trekking in Kyambura ist weniger bekannt als das im Kibale Forest und bietet dadurch ein intimeres Erlebnis. Die Gruppe ist kleiner, die Wanderung kuerzer, und die dramatische Geologie der Schlucht macht jeden Besuch zu einem Abenteuer. Daneben beherbergt die Gorge weitere Primaten, darunter Rotschwanzmeerkatzen und Schwarzweisse Stummelaffen.
Vogelparadies und vulkanische Kraterseen
Mit ueber 600 dokumentierten Vogelarten gehoert der Queen Elizabeth National Park zu den bedeutendsten Birding-Zielen des Kontinents. Die Vielfalt der Lebensraeume -- Savanne, Wald, Feuchtgebiet, Seeufer -- bringt eine enorme Artenfuelle auf engem Raum zusammen. Besonders produktiv sind die Ufer des Kazinga-Kanals, die Mweya-Halbinsel und die Feuchtgebiete am Lake George.
Die Katwe-Explosionskrater im noerdlichen Parkbereich sind eine geologische Besonderheit. Dutzende kreisrunder Kraterseen, entstanden durch vulkanische Explosionen, ueberziehen die Landschaft und erzeugen eine beinahe surreale Szenerie. Einige der Seen sind salzig -- am Lake Katwe wird seit Jahrhunderten Salz gewonnen, eine Tradition, die bis heute fortbesteht.
Kulturelle Begegnungen
Rund um den Queen Elizabeth National Park leben mehrere Volksgruppen, die Besucher an ihren Traditionen teilhaben lassen. Die Bakonzo, ein Bergvolk der Rwenzori-Region, sind fuer ihre Handwerkskunst und Musik bekannt. Die Basongora, traditionelle Rinderhirten, und die Banyabindi, die am Lake George fischen, bieten kulturelle Programme mit Auffuehrungen, Dorfbesuchen und Einblicken in ihre Lebensweise.
Diese Community-Programme sind ein wichtiger Bestandteil des nachhaltigen Tourismus-Modells des Parks. Die Einnahmen fliessen direkt in die Gemeinden und staerken damit die lokale Akzeptanz fuer den Naturschutz.
Anreise und Unterkuenfte
Der Queen Elizabeth National Park liegt etwa 410 Kilometer westlich von Kampala. Die Fahrt dauert sieben bis acht Stunden ueber gut ausgebaute Strassen via Mbarara und Kasese. Inlandsfluege von Entebbe nach Kasese, Mweya oder Kihihi verkuerzen die Anreise auf etwa eine Stunde.
Die Mweya Safari Lodge auf der gleichnamigen Halbinsel bietet die spektakulaerste Lage im Park -- mit Blick ueber den Kazinga-Kanal und den Lake Edward. In der Mittelklasse ueberzeugen das Simba Safari Camp und das Katara Lodge. Budget-Reisende finden im Mweya Hostel und in den UWA-Bandas guenstige Optionen. Im Ishasha-Sektor sind die Ishasha Wilderness Camp und das Savanna Resort empfehlenswert.
Unser Partner vor Ort
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Unser Partner vor Ort organisiert massgeschneiderte Uganda-Reisen mit persoenlicher Betreuung, erfahrenen Guides und lokaler Expertise.
Haeufig gestellte Fragen
Weiterlesen
Bwindi Impenetrable
Gorilla Trekking -- oft mit Queen Elizabeth kombiniert.
Afrikanischer Loewe
Die baumkletternden Loewen von Ishasha im Detail.
Kibale Forest
Schimpansen-Trekking im benachbarten Regenwald.
Murchison Falls
Ugandas groesster Park mit Nilbootsfahrt.
Quellen
- Uganda Wildlife Authority (ugandawildlife.org)
- MTWA Statistical Abstract 2025, Uganda Ministry of Tourism (April 2026)
Redaktion Reiseziel Uganda
Ein Projekt von Hope on the Road gGmbH -- mit lokaler Expertise aus Uganda und regelmaessiger Recherche vor Ort. Alle Inhalte werden von unserem Redaktionsteam mit Unterstuetzung lokaler Guides und Reiseveranstalter erstellt und geprueft.
Zuletzt aktualisiert: Juni 2026 | Quellen werden am Ende jedes Artikels angegeben