Kurzantwort
Uganda beherbergt eine aussergewoehnliche Tierwelt: Ueber 365 Saeugetierarten, 1.090 Vogelarten und 20 Primatenarten leben in einem Land, das kleiner als Grossbritannien ist. Rund 53,9 Prozent der weltweiten Berggorilla-Population hat hier ihr Zuhause. Die einzigartige Lage am Albertine Rift, wo zentralafrikanischer Regenwald auf ostafrikanische Savanne trifft, macht Uganda zu einem der artenreichsten Laender der Welt. (Quelle: Uganda Wildlife Strategy 2020-2029)
Fakten auf einen Blick
- Saeugetierarten
- Ueber 365 (Quelle: Uganda Wildlife Strategy 2020-2029)
- Vogelarten
- 1.090 (Quelle: Uganda Wildlife Strategy 2020-2029)
- Primatenarten
- 20
- Reptilienarten
- 142
- Berggorilla-Weltpopulation
- 53,9 % leben in Uganda (Quelle: Uganda Wildlife Strategy 2020-2029)
- Weltpopulation Saeugetiere
- 7,8 % der Weltarten (Quelle: Uganda Wildlife Strategy 2020-2029)
- Schutzsystem
- 10 Nationalparks, 12 Wildlife Reserves (UWA)
- Gorilla-Permits 2025
- 42.960 ausgestellt (Quelle: MTWA Statistical Abstract 2025)
Warum Ugandas Tierwelt einzigartig ist
Uganda liegt am Schnittpunkt zweier der artenreichsten Oekozonen der Erde. Im Westen des Landes reicht der zentralafrikanische Kongobecken-Regenwald bis in die Bergwaelder des Albertine Rift, waehrend im Osten und Norden die ostafrikanische Baumsavanne dominiert. Diese geografische Besonderheit schafft eine Vielfalt, die in der Tierwelt ihresgleichen sucht.
Das Albertine Rift -- jener tektonische Graben, der Uganda von der Demokratischen Republik Kongo trennt -- gilt als einer der weltweit bedeutendsten Hotspots der Biodiversitaet. Die Hochlagen dieses Rifts beherbergen zahlreiche endemische Tier- und Pflanzenarten, die nirgendwo sonst auf der Erde vorkommen. Gleichzeitig ist Uganda fuer wandernde Tierarten eine Kreuzungszone zwischen den grossen Faunen Ost- und Zentralafrikas.
Die Zahlen sprechen fuer sich: Rund 7,8 Prozent aller weltweit bekannten Saeugetierarten kommen in Uganda vor -- auf einer Flaeche, die weniger als ein Prozent der Landoberflaeche Afrikas ausmacht. Aehnliches gilt fuer Voegel und Primaten. Uganda beherbergt mehr Primatenarten als jedes andere ostafrikanische Land. Wer Ugandas Tierwelt wirklich verstehen will, muss diese oekologische Einzigartigkeit im Hinterkopf behalten. (Quelle: Uganda Wildlife Strategy 2020-2029)
Primaten: Gorillas, Schimpansen und 18 weitere Arten
Uganda gilt als Primatenparadies schlechthin. Zwanzig verschiedene Primatenarten teilen sich die Waelder des Landes -- eine Vielfalt, die auf dem afrikanischen Kontinent kaum zu uebertreffen ist.
Den Rang der bekanntesten Art nimmt der Berggorilla (Gorilla beringei beringei) ein. Rund 53,9 Prozent der gesamten Weltpopulation dieser stark gefaehrdeten Unterart lebt in Uganda, verteilt auf den Bwindi Impenetrable National Park und den Mgahinga Gorilla National Park an den Virunga-Vulkanen. Ein Trekking zu den habituierten Familien gehoert zu den eindruecklichsten Erlebnissen, die die Natur zu bieten hat. Das Gorilla-Permit kostet 800 USD und ist direkt bei der Uganda Wildlife Authority zu buchen. Mehr unter: /tiere/berggorilla
Der Schimpanse (Pan troglodytes) ist der haeufigste der grossen Menschenaffen in Uganda. Rund 5.000 Tiere leben in verschiedenen Waldgebieten. Der Kibale Forest National Park beherbergt mit rund 1.500 Tieren die groesste habituierte Schimpansenpopulation Afrikas und bietet Sichtungsquoten von ueber 95 Prozent. Weitere Schimpansen-Trekkings sind in Budongo (Murchison Falls) und der Kyambura Gorge (Queen Elizabeth) moeglich. Mehr unter: /tiere/schimpanse
Die Goldmeerkatze (Cercopithecus kandti) ist eine endemische Art der Virunga-Vulkane mit einer Weltpopulation von nur rund 5.000 Tieren. Sie kann ausschliesslich im Mgahinga Gorilla National Park in Uganda beobachtet werden. Ein Tracking kostet 100 USD. Mehr unter: /goldene-affen-uganda
Der Nördliche Guereza (Colobus guereza) -- bekannt fuer sein auffaelliges schwarz-weisses Fell und den langen Schwanzbueschel -- lebt in Kibale, Bwindi und am Mount Elgon; im Bwindi-Wald zaehlt die Population rund 400 Tiere. Mehr unter: /colobus-affe-uganda
Die Schmidt-Weißnasenmeerkatze (Cercopithecus ascanius schmidti) ist mit rund 5.500 Individuen die haeufigste Meerkatzenart im Bwindi Impenetrable National Park -- eine Zahl, die die aussergewoehnliche Primatendichte des Bwindi-Regenwalds verdeutlicht.
Weitere Primatenarten Ugandas: Rotschwanzmeerkatze, Blaumaulmeerkatze, L'Hoest-Meerkatze, Roter Stummelaffe, Grauwangenmangabe, Olivenpavian, Potto und mehrere Galago-Arten.
Nashorn grast friedlich im Ziwa Rhino Sanctuary Uganda
Elefant erkundet Thatched Lodge im Queen Elizabeth Nationalpark
Big Five und Grosswild: Loewe, Elefant, Bueffel, Leopard, Nashorn
Uganda bietet vier der klassischen Big Five in freier Wildbahn -- und das fuenfte in einem eigens eingerichteten Sanctuary.
Der Afrikanische Elefant (Loxodonta africana) zaehlt in Uganda rund 5.000 Individuen. Die groessten Populationen leben im Queen Elizabeth National Park, im Murchison Falls National Park und im Kidepo Valley. Mehr unter: /tiere/elefant
Der Bueffel (Syncerus caffer) ist in fast allen Nationalparks Ugandas vertreten. Im Kidepo Valley wurden Herden von ueber 1.000 Tieren gesichtet. Am Kazinga-Kanal in Queen Elizabeth sind Bueffel ein haeuftiger Anblick. Mehr unter: /tiere/bueffel
Der Loewe (Panthera leo) ist in Uganda durch ein weltberuehmt gewordenes Verhalten bekannt: Im Ishasha-Sektor des Queen Elizabeth National Parks klettern Loewen regelmaessig auf Feigenbaeume -- ein Phaenomen, das weltweit nur an wenigen Orten beobachtet wird. Mehr dazu unter: /baumkletternde-loewen. Weitere Loewenpopulationen leben in Murchison Falls und Kidepo Valley. Mehr unter: /tiere/loewe
Der Leopard (Panthera pardus) ist die scheuste der Grosskatzen. Nachtpirschfahrten im Queen Elizabeth Park, in Lake Mburo und in Kidepo erhoehen die Chancen erheblich. Mehr unter: /tiere/leopard
Das Nashorn fehlt in Ugandas Nationalparks, kann aber im Ziwa Rhino Sanctuary an der Strasse nach Murchison Falls besucht werden. Dort leben heute ueber 30 Breitmaulnashoerner. Eine Auswilderung in den Murchison Falls National Park ist geplant. Mehr unter: /tiere/nashorn
Weiteres Grosswild: Das Flusspferd (Hippopotamus amphibius) ist am Kazinga-Kanal und auf dem Nil in riesigen Konzentrationen zu sehen. Mehr unter: /tiere/flusspferd. Die Rothschild-Giraffe (Giraffa camelopardalis rothschildi), eine der seltensten Giraffenunterarten, ist in Murchison Falls und Kidepo Valley heimisch. Mehr unter: /tiere/rothschild-giraffe und /nubische-giraffe-uganda. Das Nilkrokodil (Crocodylus niloticus) beeindruckt auf Bootssafaris am Nil und am Kazinga-Kanal. Mehr unter: /tiere/krokodil.
Ugandas Vogelwelt: 1.090 Arten fuer Birder aus aller Welt
Mit 1.090 dokumentierten Vogelarten gehoert Uganda zu den bedeutendsten Birding-Destinationen weltweit. Das entspricht rund 11 Prozent aller weltweit bekannten Vogelarten. Kein anderes Land in Afrika bietet auf vergleichbarer Flaeche eine groessere Vogelvielfalt.
Der Schuhschnabel (Balaeniceps rex) ist der Traumvogel fuer Birder aus aller Welt. Der bis zu 150 Zentimeter grosse, praehistorisch anmutende Vogel mit seinem gewaltig gewoehlbten Schnabel wird am zuverlaessigsten im Mabamba Swamp am Victoriasee beobachtet, nur eine Stunde von Entebbe entfernt. Eine Kanu-Tour kostet 30 bis 50 USD. Weitere Standorte: Albert-Delta in Murchison Falls und Suempfe am Lake Albert. Mehr unter: /tiere/schuhschnabel
Der Graukronenkranich (Balearica regulorum) ist der Nationalvogel Ugandas und ziert die Landesflagge. Er lebt in Feuchtgebieten und Savannen im ganzen Land, besonders haeufig in Queen Elizabeth und Murchison Falls. Mehr unter: /tiere/kronenkranich
Fuer Spezialisten bietet das Albertine Rift mit seinen endemischen Arten ein unvergleichliches Angebot. In Bwindi wurden 23 Albertine-Rift-Endemiten nachgewiesen. Semuliki ist das Tor zur Kongobecken-Avifauna mit Arten wie dem Kongo-Pfau und dem Langschopf-Hornvogel, die sonst nirgends in Ostafrika zu finden sind.
Weitere Top-Birding-Destinations: Queen Elizabeth (600+ Arten, Kanal-Habitate), Kibale Forest (375+ Arten, Afrikanischer Gruenbreitschnabel), Murchison Falls (Schuhschnabel, Schreiseeadler), Lake Mburo (Afrikanischer Finkenfischer) und die Kraterseen bei Fort Portal.
Seltene und bedrohte Arten: Pangolin, Grauer Papagei und Derby-Eland
Uganda ist Heimat einer Reihe aussergewoehnlich seltener Tierarten, die in keinem Reisefuehrer fehlen sollten.
Der Pangolin -- in Uganda hauptsaechlich der Riesenschuppentieger (Smutsia gigantea) und der Baumsschuppentieger (Phataginus tricuspis) -- gilt als das am staerksten gewilderte Saeugetier der Welt. Trotz absoluten Schutzstatus werden jaehrlich Zehntausende Tiere illegal gehandelt. In Uganda kommen Pangoline in mehreren Nationalparks vor, sind aber extrem selten zu sehen, da sie nachtaktiv und sehr scheu sind. Begegnungen gelten unter Safari-Guides als absolutes Sonderereignis. Mehr unter: /pangolin-uganda
Der Graue Papagei (Psittacus erithacus) -- in der Verhaltensforschung beruehmt fuer seine kognitiven Faehigkeiten -- kommt in den Tieflandwaeldern Ugandas vor, vor allem in Semuliki und dem angrenzenden Regenwald. Der internationale Heimtierhandel hat die wild lebenden Populationen stark dezimiert. In Uganda steht die Art unter strengem Schutz. Mehr unter: /grauer-papagei-uganda
Der Derby-Eland (Taurotragus derbianus) ist die groesste Antilopenart der Welt und in Uganda im Kidepo Valley National Park beheimatet. Die Westliche Unterart gilt als stark gefaehrdet. Der Kidepo Valley Park beherbergt eine der wenigen stabilen Populationen dieser beeindruckenden Art.
Chamaelaeons sind in Uganda mit zahlreichen Arten vertreten und stehen unter strengem Schutz. Im Jahr 2011 entfielen 79 Prozent aller lizenzierten Wildtierausfuhren Ugandas auf Chamaelaeons -- ein Hinweis auf den internationalen Druck durch den Terrarienhandel, der die Regulierung dieser Gruppe seither verscharft hat. Mehr unter: /chamaelaeon-uganda
Weitere seltene Arten: Die Nubische Giraffe, eine der seltensten Giraffen-Unterarten, lebt in Murchison Falls. Mehr unter: /nubische-giraffe-uganda. Aardvark (Erdferkel), Karakal und Gepard sind im Kidepo Valley heimisch und werden selten beobachtet.
Praktische Tipps fuer Tierbeobachtungen in Uganda
Tierbeobachtungen in Uganda erfordern etwas Planung, um das Beste aus der einzigartigen Artenvielfalt herauszuholen.
Beste Reisezeit: Die Trockenzeiten von Juni bis September und Dezember bis Februar bieten generell die besten Bedingungen. Tiere versammeln sich an Wasserquellen, die Vegetation ist weniger dicht, und die Wege sind besser befahrbar. Gorilla- und Schimpansen-Trekking ist ganzjaehrig moeglich.
Fruehe Morgenstunden: Pirschfahrten starten idealerweise vor Sonnenaufgang. Die kuehlen Morgenstunden sind die aktivste Phase fuer die meisten Saeugetiere. Auch die Abenddaemmerung und erste Nachtstunden (Nachtpirschfahrten in Queen Elizabeth und Lake Mburo) erhoehen die Chancen fuer scheue Arten wie Leopard und Hyaene.
Spezialisierte Guides: Die erfahrenen UWA-Ranger und privaten Guides kennen die individuellen Tiere, ihre Reviere und Gewohnheiten. Ein guter Guide verdoppelt oder verdreifacht die Zahl der Sichtungen. Gorilla- und Schimpansen-Trekking sind ausschliesslich mit offiziellem Ranger-Escort erlaubt.
Geduld und Stille: Besonders seltene Arten wie Schuhschnabel und Pangolin erfordern Geduld. Wer ruhig wartet statt durch den Wald zu streifen, wird haeufig belohnt. Im Fahrzeug bleiben, Lautstaerke minimieren, keine schnellen Bewegungen.
Ethische Grundsaetze: Mindestabstand von sieben Metern zu Gorillas und Schimpansen, kein Blitzlicht bei Nachtbeobachtungen, keine Fuetterung von Wildtieren, Anweisungen der Ranger stets befolgen.
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Misty Gorilla Expeditions
Unser Partner vor Ort organisiert massgeschneiderte Uganda-Reisen mit persoenlicher Betreuung, erfahrenen Guides und lokaler Expertise.
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Quellen
- Uganda Wildlife Strategy 2020-2029
- Uganda Wildlife Authority (UWA) -- uwa.or.ug
- IUCN Red List of Threatened Species -- iucnredlist.org
- BirdLife International -- Uganda
- MTWA Statistical Abstract 2025
- Dian Fossey Gorilla Fund International
- Bradt Travel Guide Uganda (10. Auflage)
Redaktion Reiseziel Uganda
Ein Projekt von Hope on the Road gGmbH -- mit lokaler Expertise aus Uganda und regelmaessiger Recherche vor Ort. Alle Inhalte werden von unserem Redaktionsteam mit Unterstuetzung lokaler Guides und Reiseveranstalter erstellt und geprueft.
Zuletzt aktualisiert: Juni 2026 | Quellen werden am Ende jedes Artikels angegeben