Die letzten tropischen Gletscher Afrikas: Wettlauf gegen die Zeit in den Rwenzori-Bergen

Die letzten tropischen Gletscher Afrikas: Wettlauf gegen die Zeit in den Rwenzori-Bergen

Die Rwenzori-Berge in Uganda sind das einzige äquatoriale Hochgebirge Afrikas, auf dem heute noch Gletscher existieren – doch der Klimawandel lässt sie dramatisch schrumpfen.

3 Min. Lesezeit482 Woerter

Kurzantwort

Die Rwenzori-Berge sind das einzige äquatoriale Hochgebirge Afrikas, auf dem bis heute Gletscher existieren – auf Kilimanjaro und Mount Kenya sind vergleichbare Eisfelder bereits weitgehend verschwunden oder stark zurückgegangen.

Fakten auf einen Blick

5.109 m
Höhe des Margherita Peak, des höchsten Gipfels der Rwenzori-Berge und dritthöchsten Bergs Afrikas nach Kilimanjaro (5.895 m) und Mount Kenya (5.199 m).
80 %
So viel ihrer Gletschermasse haben die Rwenzori-Gletscher seit Beginn des 20. Jahrhunderts nach Angaben des Rwenzori Mountains National Park verloren.
1994
Jahr, in dem die Rwenzori-Berge gemeinsam mit Bwindi von der UNESCO zum Weltnaturerbe erklärt wurden.
1888
Jahr, in dem Henry Morton Stanley als erster Europäer das Rwenzori-Massiv aus der Nähe erblickte, nachdem es 1.700 Jahre lang ein Mythos geblieben war.
300+
Regentage pro Jahr am Rwenzori – damit ist er der niederschlagsreichste Berg Afrikas, was Trekking und Gletschererhalt gleichermaßen prägt.

Warum gelten die Rwenzori-Gletscher als die letzten tropischen Gletscher Afrikas?

Die Rwenzori-Berge liegen an der Grenze zwischen Uganda und der Demokratischen Republik Kongo, direkt am Äquator. Anders als der Kilimanjaro oder Mount Kenya, die als einzelne Vulkane entstanden, handelt es sich beim Rwenzori um ein tektonisches Horstgebirge im ostafrikanischen Grabenbruch. Sechs Gipfel überragen die 4.500-Meter-Marke, und auf den höchsten von ihnen liegen bis heute Gletscher.

Das macht die Rwenzoris zum einzigen äquatorialen Hochgebirge Afrikas, auf dem noch aktives Gletschereis existiert. Diese Eisfelder sind eng mit dem höchsten Gipfel des Gebirges verbunden, dem Margherita Peak auf 5.109 Metern – dem dritthöchsten Punkt Afrikas.

Wie stark sind die Gletscher bereits geschrumpft?

Die Rwenzori-Gletscher haben seit Beginn des 20. Jahrhunderts rund 80 Prozent ihrer Masse verloren, Experten rechnen mit einem vollständigen Verschwinden innerhalb der kommenden Jahrzehnte.

Der Rückgang ist dramatisch: Seit Beginn des 20. Jahrhunderts haben die Gletscher der Rwenzoris rund 80 Prozent ihrer Masse verloren. Experten gehen davon aus, dass die verbliebenen Eisfelder innerhalb der nächsten Jahrzehnte vollständig verschwinden werden.

Detaillierte Messreihen zur genauen Entwicklung der Gletscherfläche über einzelne Jahrzehnte hinweg oder eine belastbare Jahreszahl für das endgültige Abschmelzen liegen bislang nicht in ausreichender Tiefe vor, um sie hier seriös darzustellen. Klar ist jedoch die Richtung: Der Trend zeigt eindeutig nach unten, und wer die Gletscher noch mit eigenen Augen sehen will, sollte nicht zu lange warten.

Wie erlebt man die Rwenzori-Gletscher auf einer Trekkingtour?

Gletscherblicke und teils Gletschereis begegnen Trekkern erst auf den letzten Etappen des siebentägigen Central Circuit, kurz vor und am Gipfeltag zum Margherita Peak.

Der Central Circuit ist die klassische Route zum Margherita Peak und der einzige Weg zum Gipfel. Er beginnt am Nyakalengija-Gate auf 1.615 Metern und führt in sieben Tagen durch tropischen Regenwald, Bambus- und Baumheidezonen bis in die surreale Riesenlobelien-Zone.

Erste Gletscherblicke zeigen sich auf dem Weg von der Bujuku Hut über den Scott Elliott Pass (4.372 m) zur Elena Hut (4.541 m). Der eigentliche Gipfeltag zum Margherita Peak (5.109 m) verlangt Kletterpassagen über Felsen, Schnee und stellenweise Gletschereis – er gilt als anspruchsvollster Tag der gesamten Tour.

Mit über 300 Regentagen im Jahr ist der Rwenzori der niederschlagsreichste Berg Afrikas. Das macht die Bedingungen anspruchsvoller als etwa am Kilimanjaro, sorgt aber auch für die außergewöhnliche Vegetation, die das Gebirge einzigartig macht.

Wie unterscheiden sich die Rwenzori-Gletscher von denen am Kilimanjaro?

Beide Gebirge tragen tropische Gletscher, die als Symbole des Klimawandels gelten – die Rwenzoris gelten dabei als wilder, einsamer und touristisch weniger erschlossen als der gut organisierte Kilimanjaro.

Der Kilimanjaro ist ein freistehender Vulkan mit weithin sichtbarem Gipfelpanorama und ein touristisch gut erschlossenes Bergerlebnis. Die Rwenzoris dagegen sind echte Wildnis: anspruchsvoller, einsamer und mit deutlich weniger Trekkern unterwegs.

Beide Gebirge beherbergen Gletscher, die durch den Klimawandel unter Druck stehen und weltweit als Beispiele für das Abschmelzen tropischer Eisflächen gelten. Belastbare, direkt vergleichbare Zahlen zum jeweiligen Rückgang von Rwenzori-, Kilimanjaro- und Mount-Kenya-Gletschern liegen aktuell nicht in ausreichender Tiefe vor, um sie hier gegenüberzustellen.

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Haeufig gestellte Fragen

Damit sind die Gletscher der Rwenzori-Berge in Uganda gemeint. Sie liegen im einzigen äquatorialen Hochgebirge Afrikas, auf dem heute noch Gletscher existieren.
Nach Angaben des Rwenzori Mountains National Park haben die Gletscher seit Beginn des 20. Jahrhunderts rund 80 Prozent ihrer Masse verloren.
Experten gehen davon aus, dass die verbliebenen Eisfelder innerhalb der nächsten Jahrzehnte verschwinden. Eine konkrete Jahreszahl lässt sich auf Basis der vorliegenden Quellen derzeit nicht seriös nennen.
Ja, Gletscherblicke zeigen sich auf dem Weg zur Elena Hut, und am Gipfeltag zum Margherita Peak können Kletterpassagen über Gletschereis führen.
Beide Gebirge tragen tropische Gletscher, die durch den Klimawandel schrumpfen. Ein direkter Zahlenvergleich der Rückgangsraten ist mit den aktuell vorliegenden Quellen nicht möglich.
Der Name geht auf einen antiken Mythos zurück, den Henry Morton Stanley 1888 als erster Europäer aus der Nähe überprüfen konnte, nachdem das Gebirge 1.700 Jahre lang unerforscht geblieben war.
Der Margherita Peak erreicht 5.109 Meter und ist damit der dritthöchste Berg Afrikas, nach Kilimanjaro (5.895 m) und Mount Kenya (5.199 m).

Quellen

  • Ugandische Kueche
  • Wirtschaft und Waehrung Ugandas
  • Flughaefen in Uganda
  • Ugandas Nachbarlaender
  • Gorilla Trekking Uganda -- Der komplette Guide 2026
  • Steckdosen und Stromversorgung in Uganda
  • Trinkgeld-Guide fuer Uganda
  • Die komplette Packliste fuer Uganda
  • Malaria-Schutz fuer Uganda
  • Geld und Zahlungsmittel in Uganda
  • Internet und Mobilfunk in Uganda
  • Transport und Fortbewegung in Uganda
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Redaktion Reiseziel Uganda

Ein Projekt von Hope on the Road gGmbH -- mit lokaler Expertise aus Uganda und regelmaessiger Recherche vor Ort. Alle Inhalte werden von unserem Redaktionsteam mit Unterstuetzung lokaler Guides und Reiseveranstalter erstellt und geprueft.

Zuletzt aktualisiert: Juni 2026 | Quellen werden am Ende jedes Artikels angegeben